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Praktische Physik für den Taucher

Die physikalischen Gesetzmäßigkeiten, die zum Grundwissen eines Tauchers gehören, verblassen nach den Tauchkursen oftmals etwas. Dabei ist das Verständnis zu diesen Vorgängen und Zusammenhängen auch in der Tauchpraxis recht brauchbar. Die folgenden Betrachtungen dienen daher, die in einem Tauchkurs erlernten Kenntnisse etwas aufzufrischen, die Physik besser zu verstehen und den Bezug zum Tauchsport klar zu machen.

Gesetz von Gay Lussac

Wie beim Gesetz von Boyle und Mariotte erklären die gleichen Zusammenhänge der sich im Raum frei bewegenden Gasmoleküle die Gesetze von Gay Lussac. Sie beschreiben die Zustandsänderungen eines Gases bei konstantem Druck und konstantem Volumen. Fürs Tauchen spielt die Zustandsänderungen bei konstantem Druck keine Bedeutung. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns auf die Erklärung der Zustandsänderung bei konstantem Volumen. Hierbei spielt die Änderung der Temperatur die alles bestimmende Rolle.
Zur Veranschaulichung und zum besseren Verständnis der physikalischen Vorgänge dient uns die folgende Abbildung. Es ist die Darstellung einer eingeschlossenen Gasmenge. Für den Taucher ist das der Atemgasvorrat, unabhängig von der Gaszusammensetzung.

Der Druck in der Flasche ergibt sich durch die Vielzahl von Stößen der Moleküle mit der Flaschenwand. Erwärmt man die eingeschlossene Gasmenge, so wird die durchschnittliche Geschwindigkeit der Moleküle zunehmen. Der Druck in der Gasflasche steigt, da nun je Zeiteinheit mehr Gasmoleküle auf die Wand prasseln.
Bei konstantem Volumen verhalten sich die Drücke eines idealen Gases wie die absoluten Temperaturen. Es gilt:


Diese Gesetzmäßigkeit spielt immer dann eine wichtige Rolle, wenn eine abgeschlossene Gasmenge mit Volumen »V« einer Temperaturänderung ausgesetzt ist. Gerade beim Befüllen von Tauchflaschen ist dies nicht unerheblich, da sich bei diesem Vorgang auch die Temperatur ändert. Bei Erwärmung des Gases steigt demnach der Druck in der Flasche.

Beispiel: Eine Tauchflasche erwärmt sich beim Füllen auf eine Temperatur von 50 Grad Celsius. Bei dieser Temperatur zeigt der Druckmesser einen Flaschendruck von 220 Bar an. Welcher Druck wird beim Abkühlen der Flasche auf eine Temperatur von vier Grad Celsius nach Abtauchen in einem Süßwassersee gemessen?
Lösung: Zuerst ist die Temperaturen in Kelvin umzurechnen. In der Physik rechnet man meist mit dieser absoluten Temperaturskala. Dabei gilt, dass eine Temperatur von 0 Grad Celsius einer Temperatur von 273 Kelvin entspricht. Der absolute Nullpunkt, bei der keinerlei Bewegung der Moleküle festzustellen ist, liegt demnach bei –273 Grad Celsius oder 0 Kelvin.
Für die Temperatur T1 ergibt sich ein Wert von
(50 + 273) K = 323 K
Für T2 errechnet sich ein Wert von
(4 + 273)K = 277 K
Es gilt:

aufgelöst nach p2 folgt:


An diesem realen Beispiel wird deutlich, dass die Druckdifferenz beim Abkühlen und Erwärmen einer Gasflasche erheblich sein kann. Im aktuellen Beispiel beträgt der Unterschied 31 Bar oder 14 Prozent.

Interessant sind auch umgekehrte Überlegungen. Beim nächtlichen Füllen der Flasche beträgt der Fülldruck bei etwa null Grad Celsius 200 Bar. Bei einer Fahrt durch die Wüste erhitzt sich die Flasche auf 70 Grad Celsius. Besteht eine realistische Gefahr für die Gasflasche?


Die Druckerhöhung beträgt in diesem Fall 51 Bar. Dennoch besteht kaum eine Gefahr für die Gasflasche. Bei einem Prüfdruck von 300 Bar und einem Berstdruck von rund 650 Bar, ist der Sicherheitspuffer groß genug.

Gesetz von Boyle-Mariotte

Vor allem das Gasgesetz von Boyle-Mariotte hat für das Tauchen eine fundamentale Bedeutung. Aus diesem Grund gilt es, die physikalischen Zusammenhänge näher und gründlicher zu betrachten, als dies in einem Tauchkurs am Urlaubsort üblicherweise geschieht.
Da es meist keinen Sinn macht, das Pferd von hinten aufzuzäumen, ist es wichtig, sich erst über die Grundbegriffe im Klaren zu sein. Hierzu zählt vor allem der Druck P (Pressure).

Der Druck
Physikalisch betrachtet ist er einfach die Kraft, die auf eine Fläche wirkt.
Woher kommt diese Kraft?
Unsere Atemluft setzt sich aus etwa 79 Prozent Stickstoff und 21 Prozent Sauerstoff zusammen. Dabei bilden immer zwei Atome Sauerstoff ein Sauerstoffmolekül und zwei Atome Stickstoff ein Stickstoffmolekül, die recht schnell unterwegs sind. Die Gasmoleküle erreichen bei einem Druck von einem Bar und einer Temperatur von etwa 20 Grad Celsius eine Geschwindigkeit von 500 Meter pro Sekunde (1800 Kilometer pro Stunde).
Diese Moleküle sind soweit voneinander entfernt, dass man von einem Gas spricht. Da ein großer Abstand vorhanden ist, lassen sich alle Gase komprimieren. Hierbei unterscheiden sie sich deutlich von Flüssigkeiten und festen Körpern. Diese lassen sich nur sehr geringfügig verdichten. Beim Komprimieren eines beliebigen Gases verringert sich der Abstand der Moleküle, wobei der Druck steigt, falls sich das Gas in einem verschlossenen Behälter befindet. Ein solcher Behälter wäre eine Tauchflasche. In ihr befindet sich ein Gemisch aus Gasen, die von einem Kompressor hinein gepresst wurden. Der Inhalt kann normale Atemluft, ein Nitroxgas oder auch eine Gasmischung sein, das für spezielle Exkursionen geeignet ist.
Ein Modell für eine solche eingeschlossene Gasmenge zeigt die folgende Abbildung:

Die einzelnen Luftmoleküle Sauerstoff (Oxigenium) und Stickstoff (Nitrogenium) flitzen ungeordnet durch den geschlossenen Raum. Die blauen Pfeile symbolisieren dabei die Richtung und den Betrag der Geschwindigkeit im Moment der Betrachtung.
Durch das ständige Aufprallen üben sie eine erhebliche Kraft auf alles aus, was sich ihnen in den Weg stellt.Durch den zunehmenden Druck in der Flasche während der Befüllung verringert sich der Abstand zwischen den Molekülen deutlich. Bleibt die Geschwindigkeit der Gasmoleküle unverändert, führt die Kompression zwangsläufig zu einer größeren Teilchendichte. Im Raum der Tauchflasche befinden sich damit mehr Gasmoleküle und es kommt auch zu mehr Stößen der Moleküle an die den Raum begrenzenden Wände der Flasche. Die einzelnen Moleküle verhalten sich dabei wie winzige Billardkugeln. Durch den unaufhörlichen Beschuss der Flaschenwände nimmt die Kraft auf die Wand zu und der Druck steigt.
Ursache: Mehr Gasmoleküle treffen in gleicher Zeit mit hoher Geschwindigkeit auf die Wände der Gasflaschen.
Im Prinzip steckt hier die Erklärung des Gesetzes von Boyle.

Das Gesetz macht dabei Aussage: Bei gleich bleibender Temperatur ist das Produkt aus Druck und Volumen stets konstant.
Anders ausgedrückt: verkleinert sich das Volumen etwa durch Kompression, steigt der Druck.
Diesen Sachverhalt erklären die nächsten beiden Bilder.


In der oberen und unteren Abbildung sind in den beiden Volumina jeweils gleich viele Gasmoleküle. Nur wurde in der unteren Abbildung das Volumen halbiert. Wenn bei diesem Vorgang der Kompression die Temperatur unverändert bliebe, so hätte sich an der Geschwindigkeit der Moleküle nichts geändert. Da es aber enger wurde, stoßen bei unveränderter Geschwindigkeit die einzelnen Moleküle häufiger auf die umgebenen Wände. Der Druck steigt. Beim halben Volumen hat er sich verdoppelt.
Druck und Volumen stehen somit im umgekehrten Verhältnis.
kleiner Druck ergibt großes Volumen
großer Druck hat ein kleines Volumen zur Folge.

Die mathematische Formel hierfür lautet:

 

 

 

Der Zusammenhang zwischen Druck p und Volumen V lässt sich auch grafisch in einem Diagramm darstellen.

Der Zusammenhang zwischen Druck p und Volumen V lässt sich auch grafisch in einem Diagramm darstellen.



Welche Bedeutung ergibt sich aus diesem Naturgesetz für den Taucher?
Jedem Taucher ist bekannt, dass mit zunehmender Tiefe auch der Wasserdruck steigt. Alle zehn Meter Wassertiefe nimmt er um ein Bar zu. Auf diese Weise herrscht in einer Wassertiefe von 25 Meter ein Umgebungsdruck von 3,5 Bar.
Zu den 2,5 Bar Wasserdruck muss man den Luftdruck von einem Bar, der zusätzlich auf die Wasseroberfläche wirkt, addieren. Die Luftmoleküle prasseln schließlich auch unaufhörlich auf die Wasserfläche.
Die veränderten Druckverhältnisse unter Wasser zeigt das folgende Diagramm.


Auswirkungen beim Tauchen
Vor allem beim Tauchen mit dem Tauchgerät (PTG) sind die Wirkungen des Druckes erheblich.
Ein Taucher spürt die Druckzunahme zuerst in den Ohren. Hier muss er beim Abtauchen aktiv den Druckausgleich im Mittelohr herstellen. Das gleiche gilt für den abgeschlossenen Raum in der Tauchmaske und, wenn er mit einem Trockentauchanzug taucht, auch für den Raum innerhalb des Anzuges. Macht er keinen Druckausgleich, läuft der Taucher Gefahr ein Barotrauma zu erleiden.
Hat der Taucher die gewünschte Tiefe erreicht, ist die Gefahr, die von den unterschiedlichen Drücken und Volumen ausgehen aber noch nicht gebannt. Schließlich steht noch der Aufstieg und damit die Druckreduzierung auf dem Weg zur Oberfläche an. Eine große Gefahr ist vor allem ein zu schneller und unkontrollierter Aufstieg. Meistens hervorgerufen durch eine Atemnot-Situationen, die glücklicherweise selten vorkommen. Schießt ein Taucher in Panik dann tatsächlich nach oben, wird nicht selten vergessen, auszuatmen. Ein verheerender Fehler, da sich das Atemgas in den Lungen auf dem Weg nach oben drastisch ausdehnt und zu einem Lungenriss führen kann.


Gesetz von Dalton

Die Modellvorstellung hat gezeigt, dass sich Gasmoleküle frei im Raum bewegen. Dies ist nur dann möglich, wenn der Abstand der Moleküle zueinander groß genug ist. Wird dieser Abstand durch sehr starke Kompression kleiner, gehen auch Gase in flüssigen Zustand über und werden bei sehr niedrigen Temperaturen sogar zu einem festen Stoff. Diese Tatsache soll uns aber im Moment nicht beschäftigen. Wichtig für das Verständnis der Zustandsänderung von Gasen ist die Tatsache, dass sich alle Gase, unabhängig von ihrer Molekülgröße, unter gleichen Bedingungen auch gleich verhalten. Sie erfüllen bei gleichem Druck und gleicher Temperatur stets den gleichen Rauminhalt.

Zusammensetzung der Luft
Gasart Volumen in %
Stickstoff78,09
Sauerstoff20,95
Argon 0,92
Kohlendioxid 0,03-0,04
Neon0,0018
Helium0,00052
Krypton0,0001
Wasserstoff 0,00005
Xenon0,000008


Luft setzt sich vereinfacht aus zwei Gasen zusammen. Stickstoff und Sauerstoff. Stickstoff bildet mit etwa 78 Prozent den größten Anteil. Sauerstoff macht in diesem Gasgemisch nur 21 Prozent aus. Eine etwas andere Betrachtungsweise ergibt, dass der Druck des Stickstoffes 79 Prozent und der Druck des Sauerstoffs 21 Prozent vom Gesamtdruck darstellt. Bei normalem atmosphärischem Druck von 1 bar hat demnach Stickstoff einen Anteil von 0,79 bar und Sauerstoff einen Anteil von 0,21 bar am Gesamtdruck.

Dies ist der Inhalt des Gesetzes von Dalton:

Der Gesamtdruck eines Gases ist die Summe seiner Teildrücke.


Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Verständnis des Mischgastauchens.
Dem zufolge ist der Druck in einer Mischung von Gasen gleich der Summe der Drücke der Einzelkomponenten, die man messen würde, wenn jede dieser Komponenten allein in dem Gasvolumen vorhanden wäre.
Welche Überlegung führt nun zu dem Partialdruck eines beliebigen Gases?
Der Partialdruck ergibt sich aus dem Gesamtdruck oder Umgebungsdruck p multipliziert mit dem prozentualen Anteil (engl. Fraction) des Gases fG.


Dies ist das Grundgesetz des Mischgastauchens


Beispiel für Sauerstoff bei einem Bar:


Die Kennzeichnung des Gasdruckes erfolgt mit einem tiefgestellten »G«. Ist das Gas bekannt, tauscht man das »G« entsprechend aus. Für Sauerstoff pO2 für Stickstoff pN2 oder PO2 und NO2 beide Darstellungen sind möglich und gebräuchlich.
Vielfach verwenden Autoren die Bezeichnung »PPN2« (engl.: partial pressure nitrogen, Teildruck von Stickstoff) oder PPO2 (partial pressure oxygen). Dies ist nicht falsch aber auch nicht notwendig.
Bekanntlich steigt mit zunehmender Wassertiefe der Umgebungsdruck. Durch den Atemregler wird automatisch der Druck des Atemgases an diesen höher werdenden Umgebungsdruck angepasst. Je zehn Meter Wassersäule verändert sich dieser um ein bar. In einer Tiefe von dreißig Meter beträgt der Umgebungsdruck - und damit auch der Druck des geatmeten Atemgases - vier Bar. Mit dem in der Tiefe höheren Druck verändern sich auch die Teildrücke der einzelnen Gaskomponenten.
In zehn Meter Wassertiefe hat sich der Druck gegenüber der Wasseroberfläche verdoppelt. Es herrscht ein Druck von zwei Bar. Auch die Gasdrücke des Stickstoffs und des Sauerstoffs sind hier doppelt so groß wie an der Oberfläche. Für Luft als Atemgas ergeben sich folgende Teildrücke.



für den Stickstoffteildruck



für den Sauerstoffteildruck
Die Tabelle zeigt, für Luft als Atemgas, die Teildrücke für Stickstoff und Sauerstoff in verschiedenen Tiefen.

Teildrücke für Stickstoff und Sauerstoff nach Tiefen

 

TiefeDruck StickstoffdruckSauerstoffdruck
0 Meter1 Bar0,79 Bar0,21 Bar
1 Meter 1,1 Bar0,87 Bar0,23 Bar
5 Meter 1,5 Bar 1,185 Bar0,315 Bar
10 Meter2 Bar1,58 0,42 Bar
20 Meter3 Bar2,37 Bar0,63 Bar
30 Meter 4 Bar3,16 Bar0,84 Bar
40 Meter 5 Bar3,95 Bar1,05 Bar

Betrachtet man die Tabelle genauer, so ergibt sich ein interessantes Bild. Der Sauerstoffdruck von Luft entspricht in einer Tiefe von 40 Meter nahezu dem Luftdruck an der Wasseroberfläche. Man kann daraus schließen, dass die Wirkung des Sauerstoffes in 40 Meter Wassertiefe genau der Wirkung entspricht, die reiner Sauerstoff unter atmosphärischem Druck von einem Bar auf den Organismus hat.

Teildrücke für Nitroxgemische EAN32 und EAN40
TiefeAbsoluter DruckEAN32 N2-DruckEAN32 02-Druck EAN30 N2-DruckEAN40 02-Druck
0 Meter1 Bar 0,68 Bar 0,32 Bar 0,7 Bar 0,4 Bar
10 Meter2 Bar1,36 Bar0,64 Bar 1,4 Bar0,8 Bar
20 Meter3 Bar 2,04 Bar 0,96 Bar2,1 Bar1,2 Bar
30 Meter4 Bar2,72 Bar 1,28 Bar 2,8 Bar 1,6 Bar
40 Meter5 Bar3,4 Bar 1,6 Bar ––– –––

Die Bezeichnung EAN steht hierbei für »Enriched Air Nitrox« (angereicherte Luft). Bei Nitroxgemischen wird ein Teil des Stickstoffes durch Sauerstoff ersetzt, um das Dekompressionsproblem zu minimieren. Für das Verständnis benötigt man das Gesetz von Henry.


Mit den bisherigen Kenntnissen ist es möglich für jedes Gasgemisch die Sauerstoff- und Stickstoffteildrücke bei unterschiedlichen Tauchtiefen zu errechnen. Dabei darf bei den Tauchgängen ein Sauerstoffteildruck von 1,6 Bar niemals überschritten werden. Bei höheren Sauerstoffdrücken besteht die Gefahr einer Sauerstoffvergiftung, die unter Wasser mit hoher Wahrscheinlichkeit tödlich endet.
Als exemplarisches Beispiel und zur Übung, gilt es, für EAN 40 den Sauerstoff- und Stickstoffteildruck für eine Tiefe von 25 Meter zu errechnen.
In dieser Tiefe herrscht ein Umgebungsdruck von 3,5 Bar.
Für den Sauerstoffdruck ergibt sich folgender Wert:


Der Teildruck für den Stickstoff errechnet sich wie folgt:

 

 

Der Lungenautomat, was der Taucher wissen sollte.

Erst der Lungenautomat ermöglicht uns den Besuch zur Unterwasserwelt. Doch wieso bekomme ich eigentlich Luft durch den Lungenautomaten ? Bei vielen Tauchausbildungen, gerade beim ersten Tauchkurs kommt das Wissen über den Lungenautomat zu kurz. Hier möchten wir euch einen kleinen Einblick geben über die Funktionweise des Lungenautomaten.

Der Lungenautomat, was der Taucher wissen sollte.
Erst der Lungenautomat ermöglicht uns den Besuch der Unterwasserwelt. Doch wieso bekomme ich eigentlich Luft durch den Lungenautomaten ? Bei vielen Tauchausbildungen, gerade beim ersten Tauchkurs kommt das Wissen über den Lungenautomat zu kurz. Hier möchten wir euch einen kleinen Einblick über die Funktionweise des Lungenautomaten geben.Der Lungenautomat besteht aus zwei Hauptkomponenten, erste und zweiten Stufe. Die erste Stufe ist nichts anders als ein Druckminderer, deren Aufgabe es ist, den Fülldruck der Tauchflasche (200bar) auf den Betriebsdruck der zweiten Stufe zu reduzieren (z.B. 9bar, je nach Hersteller). Bei den ersten Stufen unterscheidet man zwischen offen kolben-gesteuerter (1.Stufe für warm Wasser) und geschlossen membran-gesteuert Stufe (Stufe für Kaltwasser). Zu unterscheiden ist dies ganz einfach, sind an der ersten Stufe rundherrum Löcher angebracht (siehe Abb.1), so ist dies eine Warmwasser 1.Stufe.

Damit die erste Stufe die entsprechende Druck-Information (Umgebungsdruck) bekommt, muss Wasser in die erste Stufe einfließen.

Sind bei der ersten Stufe keine Löcher rund herum zu sehen, so ist dies eine geschlossene membran-gesteuerte 1.Stufe (siehe Abb.2). Eine Ausnahme gibt es auf dem Markt: Die ersten Stufen der Firma Sherwood, deren 1.Stufen arbeiten nach einem Überdruckprinzip genannt, CBS (Central Bleeding System).

Damit die erste Stufe die entsprechende Druck-Information (Umgebungsdruck)bekommt. Wird der Wasserdruck über eine Membrane weiter-geleitet. Vorteil hier, die erste Stufe bleibt wasserfrei und damit Vereisungssicherer als eine offene Erste Stufe (Nebeneffekt es können keine Verunreinigungen in die erste Stufe eintreten).

Balanciert bedeutet, unabhängig vom Flaschendruck bleibt der Einatemwiderstand relativ konstant. Erreicht wird dies mittels einer Balancekammer (siehe Abb.3). Luft strömt so lange durch das Ventil in die Balancekammer, bis sich ein Druckausgleich eingestellt hat. Durch die Beweglichkeit des Ventils wird so ein relativer Einatemwiderstand erzielt unabhängig vom Flaschendruck.
Unbalanciert bedeutet, abhängig vom Flaschendruck wächst der Einatemwiderstand. Bei dieser Bauart, liegt der Mitteldruck direkt am Ventilsitz. Durch das fehlen der Balancekammer ist hier kein Druckausgleich möglich. Es kommt der Punkt an dem der Mitteldruck nicht mehr durch die Erste Stufe konstant gehalten werden kann (durch Verbrauch), dies bedeutet, dass die Feder in der zweiten Stufe den Ventilsitze mit erhöhter Kraft schließt. Was den erhöhten Einatemwiderstandes bedingt.

 

 

Upstream Ventil Zweite Stufe Abb.4
Ventil öffnet gegen dem Luftstrom. Dies kann bei einer Fehlfunktion der ersten Stufe zu einem abrupten Luft-Stopp führen.

Downstream Ventil Zweite Stufe (Fail Safe) Abb.5
Ventil öffnet mit dem Luftstrom. Bei einer Fehlfunktion der ersten Stufe kommt es zum Abblasen der zweiten Stufe. Der Taucher hat so lange Luft bis die Flasche leer ist.


Das Jacket 1x1
Wer sich ein neues Jacket anschaffen möchte, hat die Qual der Wahl. Das Angebot an verschiedenen Modellen und Bauformen ist schier undurchschaubar. Seahorse gibt dir wertvolle Tipps, wo die Unterschiede liegen und was es alles zu beachten gibt.

Das Wichtigste beim Kauf ist die Anschaffung des richtigen Produktes für die entsprechende Anforderungen des Tauchers. Wenn du dir im Klaren darüber bist, was du in Zukunft mit deinem Jacket anstellen möchtest, ist das bereits die halbe Miete. Wahrscheinlich tauchen 20 - 40 Prozent aller Taucher mit dem falschen Jacket durch die Gegend. Die Folge: Der Taucher hat viel Geld investiert, aber keinen Spaß an der Ausübung seiner Sportart.


Jackets haben heute einen relativ gleichen und dabei auch noch guten Standard entwickelt. Mit anderen Worten: Die Qualitätsunterschiede sind mittlerweile nicht mehr so groß, wie sie früher einmal waren. Groß sind nach wie vor die Unterschiede zwischen den drei Bauformen ADV-, Stabilizing- und Wing-Jacket. So genannte Hybrid-Jackets sollen Mischformen zwischen Wing- und ADV-Modell darstellen, die eigentlich keine sind. Man hat hier dem Kind durch verschiedenen kleinen Detailveränderungen einfach einen neuen Namen gegeben - wohl in der Hoffnung einen ähnlichen Hype wie bei Carving-Skiern zu erzielen.
Eine weitere wichtige Variante kommt beim Aufbau der Blase zum Tragen. Hier sind einschalige und zweischalige Bauformen bei jedem Jackettyp möglich. Beide Varianten besitzen ihre Vor- und Nachteile. Bei den einschaligen Jackets überwiegen allerdings die Vorteile. Weitere Unterschiede gibt es in der Bedienung der einzelnen Modelle.

Neben dem Inflator ist beim Jacket das Bleisystem sowie die Funktion der Schnellablässe wichtig. Bei den Inflatorsystemen gibt es tatsächlich große Besonderheiten. Neben den herkömmlichen Modellen mit Faltenschlauch sind hier noch verschiedene Inflatorsysteme am Markt zu finden. Zum einen sind dies Varianten, die ohne Faltenschlauch, einem Einlassventil und über Schnellablässe gesteuert werden (bei Scubapro und Seaquest) oder solche, die eine echte Einhandbedienung ermöglichen, da der Ein- und Auslass im gleichen Bedienelement untergebracht sind (echte Indeflatorjackets). Solche Systeme gibt es inzwischen auf pneumatischer (Seaquest), mechanischer (Cressi Sub) Basis.
Bei den Bleisystemen gibt es inzwischen viele ähnliche Sicherungssysteme und zwei grundsätzliche Belademöglichkeiten: Von vorne und von oben, betrachtet man das Jacket in Trageposition am Taucher. Jackettaschen, die von vorne zu beladen sind, können im angezogenen Zustand leicht eingeführt werden, hier bei ist darauf zu achten dass die Sicherungssystematik die Bleitaschen in Schwimmlage gut absichert (Seaquest, Oceanic, Seemann Sub). Der große Vorteil bei Frontladern ist der Schnellabwurf in einer Notsituation, hier hilft zusätzlich die Schwerkraft. Jackets, die von oben mit ihren Bleitaschen befüllt werden, sind grundsätzlich schwerer zu Beladen im angezogenen Zustand. Zudem sind diese Systeme auch in Schwimmlage im Nachteil, in einer Notsituation sind diese nicht so leicht zu abwerfen. Einziger Vorteil hier ist, dass die ungesicherten Bleitaschen in der Tauch-Position nicht verloren gehen können. Der Taucher müsste sich dazu schon auf den Kopf stellen.

Einige Aqua Lung Oberflächen-Signalbojen Defekt

Aqua Lung bittet alle Händler und Benutzer der S.O.S. Signalboje diese gründlich zu inspizieren.FehlergefährdeteVerbindungsrohre sind an der
bei der Herstellung entstandenen Angussstelle an der äußeren Biegung leicht zu identifizieren (siehe Bild unten).

Sollten Sie über S.O.S. Einheiten mit solch einer Angussstelle verfügen, bitten wir Sie, diese umgehend zu Überprüfen und Einzusenden.

Melden Sie sich bei Aqua Lung unter Tel.: +49 7731 93 45 35.
Einige der seit September 2002 verkauften S.O.S. Einheiten
(SN 394157 & 394057) beinhalten möglicherweise ein fehlerhaftes
Bauteil.

Hierbei handelt es sich um das Verbindungsrohr, dessen Aufgabe es ist, Luft vom Jacket in die Sicherheitsboje zu leiten. Einige Verbindungsrohre tragen sichtbare Zeichen von Abnutzung, was zu Rissen und Brüchen führen kann. In diesem Fall kann die Luft nicht vollständig vom Jacket in die Sicherheitsröhre strömen, so dass diese ungenügend aufgeblasen wird. Auch kann beim kopfwärts abtauchen (wenn die Jacket-Unter-seite der Oberfläche am nächsten ist) Luft an der schadhaften Stelle entweichen. Das Leck kann dazu führen, dass das Jacket nicht vollständig aufgeblasen wird. Auch wenn das Jacket in vertikaler Lage noch aufgeblasen bleibt, kann Luft entweichen und weniger Auftrieb wird erreicht. Bis dato sind noch keine darauf zurückzuführenden Unfälle oder Verletzungen bekannt geworden.


Whichtige Information von Oceanic 26.10.2007

An: Alle Besitzer eines CDX5 bzw. FDX10 1. Stufe.

Durch permanente Kontroll- und Entwicklungsarbeit fand OCEANIC heraus, dass eine Verbesserung der Materialstruktur des Hochdrucksitzes eine längere Lebensdauer erreicht wird.

Alle Besitzer von OCEANIC Atemreglern mit einer CDX5 und FDX10 1. Stufe werden deshalb aufgerufen, Ihren Atemregler zur Inspektion zu bringen um der erforderlichen jährlichen Inspektion nachzukommen, bei der wir explizit auf den neuentwickelten Hochdrucksitz hinweisen und diesen für dich kostenfrei einbauen.

Achtung: dieses Qualitäts-Upgrade betrifft keine Atemregler aus dem Produktionsjahr 2007.

Der Austausch des Hochdrucksitzes ist für den Besitzer des Atemreglers selbstverständlich kostenfrei.


Wichtige Sicherheits-Information

für alle Black-Jack (von Seemann Sub) Jacket Besitzer, ab Kauf-Datum 13.03.2007

Schritt 3:

Fädeln Sie den Gurtstopper auf die Bänderung der Rückentrage.


Schritt 4:

Fädeln Sie nun die Bänderung wieder in die Rücktrage ein, indem Sie das Band von oben durch Öffnung 1 der Rückentrage einfädeln und von unten durch Öffnung 3 wieder nach oben ziehen. Komplette Anweisung von Seemann Sub siehe download hier.


An alle Taucher,leider musste die Frima Johnson Outdoors feststellen, dass bei den ersten 500 St. der Seemann Sub Minikonsole 2er und 3er ein Fehler in der Spritzgussform vorlag. Normalerweise müsste auf der Rückseite der Aufnahmeschale für den Tiefenmesser eine kleine Öffnung sein, damit der Druckausgleich und folglich die Tiefenanzeige 100 % richtig ist. - Auf der Rückseite der Finimeterschale ist diese Öffnung vorhanden (für die Überdruckkapsel als Berstschutz), leider nicht beim darüber liegenden Tiefenmesser.Bitte überprüfen Sie deshalb, ob Sie in der Zeit vor dem 01.05.07 eine 2er oder 3er Minikonsole von Seemann Sub gekauft haben. Es ist völlig egal wo sie die Minikonsole gekauft haben, Seahorse möchte helfen diesen Fehler zu beheben. Senden Sie uns Ihre Konsole.


 

Erstes Galileo Sol Update verfügbar 12.11.2007

Als Scubapro UWATEC autorisierter Händler freuen wir uns, dass Sie kürzlich den neuen
revolutionären Galileo Sol Computer erworben haben. Sie gehören zu einer auserlesenen Gruppe
von Tauchern, die diesen hervorragenden Computer nutzen. Wie Sie bereits wissen, kann der
Galileo Sol direkt mit der Infrarot-Schnittstelle programmiert werden. Dies bedeutet für Sie, dass
Sie Ihren Computer durch neue Funktionen und Eigenschaften erweitern können. Ab sofort ist
ein neues Feature exklusiv nur für Galileo Sol Computer verfügbar. Dieses Upgrade stellt Ihnen Scubapro unter www.scubapro.com kostenlos zur Verfügung.
UWATEC führt PDIS (Profile Dependent Intermediate Stops – Profilabhängige Tiefenstopps) ein UWATEC, der Marktführer im Bereich Tauchcomputer, führt PDIS ein, einen einzigartigen Algorithmus für technische, fortgeschrittene und auch Freizeit-Taucher. In Folge des physiologischen Konzeptes ist PDIS für alle Arten von Tauchgängen höchst anpassungsfähig und flexibel einsetzbar.

 

Kostenloser Lungenautomaten Check

Kurz vor deinem Urlaub kommt dir der "Gedanke"funktioniert mein Lungenautomat

Damit es im Urlaub zu keiner bösen Überraschung kommt, bietet Seahorse seinen Kunden eine kostenlose Überprüfung des Lungenautomaten.

  • ACD (Auto Closure Device) von Aqualung
  • Abgeschraubte erste Stufen sind dann Staub- und Wasserdicht
  • DIN und INT erhältlich

Der Film Sharkwater

Im April 2008 kamm der Film mit Tauchbezug in die deutschen Kinos – genau am 10. April. Mit dem über mehrere Jahre gedrehten und 2006 fertig gestellten kanadischen Dokumentarfilm »Sharkwater« wollte der Regisseur Rob Stewart eigentlich die Schönheit und Eleganz, gleichzeitig aber auch die Grausamkeit der Natur unter Wasser einfangen. Als Topräuber der Meere standen die Haie ganz oben auf der Wunschliste des Filmers.
Stewart wollte die Tiere – auch auf der Hai-Sympathie-Welle schwimmend – ganz anders darstellen, als sie in den Köpfen der meisten Menschen gesehen werden. Als das Projekt endlich fertig war, ist es aber vom ursprünglichen Gedanken um einige Aspekte erweitert worden. Stewart ist im Laufe seiner Dreharbeiten auch der Sache auf den Grund gegangen, warum der Mensch die Haie tötet – sei es beim Sportfischen oder beim industriellen Angeln mit Langleinen. Während der Dreharbeiten hat er sich auch mit der asiatischen Haifischflossen-Mafia angelegt und deren Arbeitsweise dokumentiert. Heraus gekommen ist eine seltene Mischung aus Natur-Dokumentation und Sozial-Beitrag über das Leben und Sterben der Haie in den heutigen Weltmeeren. Weitere Infos: www.sharkwater.com